TYP A

Ca. 40 Familien fanden zur Einweihung 1953 ein neues Zuhause in Raffelsbrand. Die Zuteilung der Höfe folgte an drei verschiedene Familiengruppen. Zum einen sollten Heimatvertriebene Landwirte aus östlichen Gebieten wie beispielsweise Ostpreußen oder Schlesien unterkommen, die ihre Höfe durch die Vertreibung verloren hatten. Außerdem zogen 15 Familien auf die Bauernhöfe, die wegen des Truppenübungsplatzes im Gebiet Vogelsang ihre Heimat Wollseifen verlassen mussten. Die Integration der Geflüchteten, ein Gemeinschaftsgefühl und „soziale Geborgenheit“ standen an erster Stelle. „Der einzelne Siedlungshof ist nicht auf ein Erwerbsleben angelegt, ist nicht der Arbeitsplatz für eine Arbeitskraft, sondern soll Generationen dauerhaft Heimat und Zuflucht vermitteln“. Folglich legte man großen Wert darauf, auch einige einheimische Landwirte aus den umliegenden Dörfern nach Raffelsbrand umzusiedeln. 

Auf den Straßen Buchenbuschweg, Ringstrasse und Wollseifener – Straße waren die 35 Bauernhöfe angesiedelt. Am Peterberg fand man eine Schmiede, einen Obstbaumwart, einen Giessereimitarbeiter, das Lehrerhaus und die Volksschule Raffelsbrand. Dort sollte das Zentrum der Siedlung entstehen, die unter dem Siegel der Gemeinschaft stand. Man hilft sich gegenseitig aus den Nöten der Nachkriegszeit. Zu kämpfen hatten alle Familien vor allem mit der Sprachbarriere, so wie den schlechten Bodenbedingungen, die eine erfolgreiche Landwirtschaft in der Region auf den ersten Blick nahezu unmöglich erscheinen ließen. Aus dieser Not heraus entwickelten sich die Höfe nach und nach zu reinen Milchviehbetrieben, bis heute die Grundlage der Existenz der noch aktiven Höfe. In den Anfangsjahren erleichterten Schonjahre, in denen man keine Tilgung oder Zinsen zahlen muss die finanzielle Lage der Familien. Ab 1955 aber wurden alle weiteren finanziellen Unterstützungen durch den Staat gestoppt. 

 

 



 

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